Die Ruhe danach oder „Was machen wir jetzt mit der Leiche?“

resting

Es hat gedauert… es hat sogar ganz schön lang gedauert. Ich muss zugeben, ich habe die 3 Tage Regel gebrochen.
Ich hab sie gebrochen, bin ein Bisschen darauf rumgetrampelt, hab die Reste abgefackelt und die Asche über die sieben Weltmeere verstreut.

Mein Bild zum Thema „Bestattungsmethoden und -rituale“ brauchte bis zur Vervollständigung mehr als 2 Wochen, und selbst dabei musste ich mich zwingen es endlich ZU ENDE ZU BRINGEN und nicht weiter daran rumzufriemeln.
Aber ich hatte eine Vorstellung im Kopf, eine spezifische, und die wollte unbedingt raus. Ich hoffe euch gefällts und es war die ganze Warterei und der Brocken an Aufwand, den ich darin investiert habe, auch wirklich wert.

Übrigens ist das das ALLERERSTE Bild, das ich ausschließlich per Tablet mit dem Infinite Painter gestaltet habe. Eine nette App, hat ihre Macken, aber solange Adobe seine Apps rein für Apple produziert -.- haben wir Androidheads wenigstens eine gute und funktionable Alternative :).

Aber um zum Thema zu kommen – plump gesagt: „Was machen wir bloß mit der Leiche?“

Das ist vermutlich die Frage (aber ich stelle hier nur meine persönliche Hypothese auf) die unsere Vorfahren bewog überhaupt mit dieser ganzen Bestatterei anzufangen.
Der tote Körper eines Menschen (und natürlich auch jedes anderen Lebewesens) produziert nicht allzu wohlriechende Gase und es ist ganz allgemein nicht sonderlich hygienisch eine Leiche einfach so in der Gegend rumliegen zu lassen.
Unsere Vorfahren fanden vermutlich schon recht früh heraus, dass die Anzahl der Todesfälle im Stamm deutlich sank, wenn sie ihr alltäglichles Leben nicht unbedingt direkt neben den Toten verbrachten.

Wobei natürlich stark zu bezweifeln sein darf, dass sie solch wissenschaftliche Beweggründe wie Hygiene im Sinn hatten, lernten sie doch aus dieser Erfahrung und entwickelten Methoden, die effizienter waren, als immer ein Stück weiterzuziehen, wenn einer von ihnen starb (was ja zu der Zeit, wo moderne Medizin noch Jahrtausende in der Zukunft lag und Raubtiere wie zum Beispiel Löwen eher selten hinter Zäunen in Tierparks weilten, doch recht häufig vorkam).

We found human remains in the lava tubes of Kona
(c) by Steve Jurvetson published under cc attribution license

Und da kam die Religion ins Spiel. Für unseren durchschnittlichen Höhlenmann (bzw. -frau) war der Tod ein großes Mysterium, an einem Tag ist dein Nachbar, deine Frau, dein Großvater… noch lebendig und… naja, vielleicht nicht gesund, aber zumindest atmend und in vielen Fällen stöhnend, am nächsten ist er/ sie kalt und starr und macht überhaupt nicht mehr viel.

Wo ist die Person, mit der du zumindest einen Teil deines Lebens verbracht hast, hin?

Da sich der Tod in weitere große Mysterien einreiht wie eine blendend helle Scheibe, die morgens erscheint und abends wieder verschwindet, Stürme bei denen grelle Lichtblitze aus dem Himmel schießen und Geräusche ertönen wie das Gröhlen eines Monsters, das die ganze Welt verschlingen könnte, war klar, hinter dieser „Sterben- Sache“ muss noch mehr stecken.

Die Essenz der Person, die wir kannten, muss irgendwo hingehen, sie kann doch nicht einfach verschwinden, und wer ist besser geeignet, sich dessen anzunehmen, als Götter (ich inkludiere hier auch mal Naturreligionen und verwende den Begriff „Gott“ als Überbegriff für höhere Mächte, alle Religionen hier einzeln zu behandeln würde aus einem Post einen Roman machen).

Entsprechend wurden, je nach Glaubensrichtungen, die in den entsprechenden Regionen verbreitet waren, unterschiedlichste Methoden und Riten rund um den Umgang mit toten Köpern entwickelt, die einerseits für deren Beseitigung und andererseits zur Ehrung oder Schändung (ja nachdem ob Freund oder Feind) des Geistes der entsprechenden Person praktiziert wurden.

Burial Arrangement
(c) by Artotem published under cc attribution license

Manche gruben Gräber, andere verbrannten ihre Toten, wieder andere bauten sogar Hügel auf, in denen die Leichname ihre letzte Ruhe im Sitzen verbrachten, und natürlich entwickelten all diese Riten und Gebräuche sich weiter und führten sogar zu Monumenten wie den Pyramiden.

Zusammenfassend kann man sagen: Bestattungsmethoden sind sehr faszinierend und ermöglichen einen Einblick in den Glauben und die Einstellung zum Tod und zum Leben in unterschiedlichsten Kulturen, aber eines haben sie alle gemein: Sie sind eine Art mit dem Verlust (im Schlechten wie im Guten) einer Person umzugehen und auch mit der eigenen Sterblichkeit.

Weitere Informationen zu dem Thema findet ihr unter anderem hier:
thefuneralsource.orgTED funeral traditions10 extraordinary burial methods from around the world

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10 Gedanken zu “Die Ruhe danach oder „Was machen wir jetzt mit der Leiche?“

    1. Danke 🙂 ja, das mitm Tablet ist ein Lernprozess, werd mich aber wohl bei nächster Gelegenheit mit nem ordentlichen Grafiktablet belohnen, das Tabby ist für sowas einfach nicht ausgelegt und wird sehr heiß…

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    1. Merci 🙂 also theoretisch könnte ichs bei Deviantart tatsächlich verkaufen ^^ ich fürchte nur, dass die Auflösung dafür nicht reichen würde (für ne Postkarte vielleicht) noch ein Nachteil vom Infinite Painter, es ist eben kein Vektorprogramm… falls aber wirklich Interesse besteht kann ich ja schaun, was sich machen lässt.

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      1. Vielleicht hilft eine markterforschende Umfrage? Für einen einzigen Interessenten würde ich mir die Zusatzarbeit auch nicht machen. Als Interessent würde ich es aber auch im Postkartenformat nehmen.

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      2. Ich mach mir da mal Gedanken drüber 🙂 vielleicht start ich nächsten Monat mal so eine Umfrage, freu mich jedenfalls über dein Interesse und falls sich nicht genügend Interessenten für ne sinnvolle Umsetzung in groß finden könnmer ja nochmal über die Postkarte reden 😉

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