Unsere Zukunft mit künstlicher Intelligenz

ai for sale packaging

SPAß MIT CHATTER-BOTS

Ich weiß nicht, wie´s euch geht, aber ich finde das Thema künstliche Intelligenz faszinierend.
Fand ich immer schon.
Ich hab bisher sicher gefühlte 1000 Filme zu dem Thema gesehen (von „Der 200 Jahre Mann“ bis Terminator) und nochmal gut 20, 30 Bücher dazu gelesen.

Vor ein paar Monaten hatte ich dann eine Phase, in der ich mich immer wieder in meiner Freizeit mit sog. Chatterbots unterhalten habe, eine der „intelligenteren“ Varianten war dabei witziger weise „skynet“ , der allerdings auch nur mit typischen Phrasen reagiert und dessen Verhalten nach kurzer Zeit sehr durchschaubar ist. Aber es kann wirklich Spaß machen, also wenn ihr Lust und/oder Langeweile habt könnt ihr euch ja mal auf http://www.chatterbotcollection.com/ einen aussuchen und ein Bisschen mit ihm quatschen.

conversation with skynet
(c) skynet-ai.com

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ HEUTE

Aber zum eigentlichen Thema:

Akut sind wir ja noch auf einem Stand, wo die sog. Künstliche „Intelligenz“ doch eher als ziemlich „dümmlich“ anzusehen ist.
Während die reine Nachahmung von menschlichem Verhalten („schwache KI“ – wie zum Beispiel eben Chatterbots) zwar noch nicht in dem Sinn gelungen, aber durchaus zeitnah erreichbar ist, worauf zum Beispiel der Turing Test im Großen und Ganzen ausgelegt ist (der übrigens 2014, allerdings nicht unumstritten, bestanden wurde), ist die Entwicklung wirklicher Intelligenz („neue KI“), die auf Lernverhalten basiert wesentlich schwieriger umzusetzen. Die Möglichkeiten von KI´s auf ihre Umwelt zu reagieren, davon zu lernen , sog. „Weltwissen“ einzusetzen und sich an die Umwelt anzupassen ist noch sehr eingeschränkt, zwar dennoch ein Riesensprung wenn man bedenkt, seit wann KI´s entwickelt werden (1956) aber nicht mal im Ansatz auch nur auf dem Stand eines Kleinkindes.

Andererseits ist die Forschung auf diesem Gebiet rapide unterwegs, eine Art künstlicher Intelligenz, zum Beispiel in Form von Algorithmen für Nutzereinschätzung bei Google, ist bereits in kommerzieller Verwendung und auch die Entwicklung „neuer KIs“ steht nicht still.

Ein kurzer Überblick über die Entwicklung von KI

DIE KLAUN UNS UNSRE JOBS!

asimo
Freunden wir uns also mal prophylaktisch mit dem Gedanken an, dass in wenigen Jahrzehnten „echte“, an das menschliche Maß heranreichende künstliche Intelligenzen möglich sein könnten.

Sind wir, so als Menschheit, auf KI´s im Alltagsleben vorbereitet? Und dabei spreche ich jetzt überhaupt nicht von Skynet Szenarien sondern über viel simplere Einflüsse auf unser Leben.

Von vielen Seiten her werden heute schon Möglichkeiten diskutiert diskutiert und getestet, bei denen Roboter mit KIs gefährliche und/ oder mühsame Arbeiten übernehmen könnten. Was ich prinzipiell für eine gute Idee halte.
Vom Umgang mit giftigen Stoffen bis zur Arbeit in Altenheimen sind Roboter widerstandsfähiger und verlässlicher als Menschen. Giftige Stoffe – eh klar. Arbeit mit alten Menschen?
Nun ja, es ist ein Knochenjob, nicht jeder kommt da psychisch und physisch unbeschadet raus, es herrscht großer Personalmangel, alte Menschen werden vernachlässigt oder misshandelt und seien wir mal ehrlich, an alten Menschen wird es uns auch in der Zukunft nicht mangeln, eher im Gegenteil. Irgendwer muss die Betreuung übernehmen und es sieht akut nicht gut aus. Also ja, hat Potential, das Ganze.

Probleme habe ich da eher damit, wie die Gesellschaft mit denjenigen umgehen wird, die diese Arbeiten dann nicht mehr ausführen..

Wenn wir mal die industrielle Revolution als Beispiel betrachten:
Völlig überraschend führte diese Entwicklung in der Allgemeinbevölkerung damals nicht zu größerem Wohlstand. Lohndumping und folgend Armut waren eher zu beobachten.

Schon heute gehen viele Jobs an automatisierte Systeme, akut aber haben wir gegenüber Maschinen noch den Vorteil des eigenständigen und kreativen Denkens.
Durch den Einsatz von KIs würde dieser Vorteil nach und nach verloren gehen, eine gewaltige Umwälzung der Arbeitswelt könnte die Folge sein. Dann stellt sich wirklich die Frage, wie wir damit umgehen.
Das aktuelle Bild der Arbeit als Lebens- und Existenzgrundlage müsste überdacht werden, die sinnstiftende Eigenschaft des Arbeitens ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und eine Alternative für die Erhaltung von Existenzen geschaffen werden.
Wird das in der Leistungsgesellschaft so bald passieren? Vermutlich nicht. Hoffen wir also, dass die Entwicklung „echter“ KIs noch lange auf sich warten lässt

SUPERINTELLIGENZ UND WIR

Aber gut, stellen wir uns vor, als Gedankenexperiment, wir kriegen das hin und das Leben Seite an Seite mit intelligenten Robotern und Maschinen entzieht uns nicht die Lebensgrundlage und klappt auch sonst recht reibungslos.
Wie sieht´s dann in Zukunft aus, denn wo wir als biologische Wesen recht eingeschränkt sind haben Maschinen wesentlich größere Möglichkeiten, sich weiter zu entwickeln, sie sind nicht im selben Maß wie wir von Alterungsprozessen und Wachstumsgrenzen ihrer neuronalen Netzwerke beeinträchtigt. Es kann also gut sein, dass sie uns, sobald sie unseren Stand an Intelligenz erreicht haben, sehr bald überholen. Sie erreichen die „Superintelligenz“ .
Und hier kommen wir langsam aber sicher wieder in Richtung Skynet Szenarien, denn was ein Computer als Lösung für gewisse Aufgabenstellungen betrachtet ist nicht zwangsläufig das, was uns als Menschen gut tut. Da müsste sehr darauf geachtet werden, den KIs von vorneherein moralische Grundlagen zu vermitteln, und das sehr sehr umfassend, sie müssten „auf unserer Seite sein“, eine Art ausgeweitete Variante der asimovschen Robotergesetze . Das wäre eine vehement schwierige Aufgabe, unendlich viele Variablen müssten einbezogen und Szenarien durchdacht werden. Sind wir dem gewachsen und wird das auch passieren oder wir Menschen, dumm, wie wir nun mal oft sind, zu schnell und unvorbereitet vorgehen dank der Aussicht auf Gewinn und Effizienz?

WENN MASCHINEN UNS MORALISCHE ENTSCHEIDUNGEN ABNEHMEN

Was mich ein Bisschen an unserer Fähigkeit, so eine Situation gut handzuhaben, zweifeln lässt, ist der bereits jetzt (je nach Gebiet mehr oder weniger) intensiv genutzte Einsatz automatisierter, „intelligenter“ Waffensysteme. Das Militär ist bei der Entwicklung von KIs vorne mit dabei und zu viele Menschen sind bereits jetzt den Ergebnissen zum Opfer gefallen. Das Töten wird entmenschlicht, nach und nach mehr zu einem Computerspiel statt einer schwerwiegenden moralischen Frage. Wie sehr würde die Hemmschwelle sinken, wenn wir selbst gar nichts mehr damit zu tun haben?

GLEICHES RECHT FÜR ALLE

Und zu guter Letzt bleibt natürlich die Frage, welche Rechte solche Wesen haben sollen. Ab wann hat ein bewusstes, intelligentes Wesen, ob lebendig oder nicht, ein Anrecht auf grundlegende Rechte wie Entscheidungsfreiheit, Selbstverwirklichung, Vermehrung? Diesbezüglich möchte ich jetzt nicht mehr all zu sehr in die Tiefe gehen, denn dazu gibt es x Filme und Bücher, mit denen man sich selbst mit dieser Frage auseinandersetzen kann und dieser Post ist jetzt schon ein kleiner Roman.Trotzdem möchte ich euch diesem Zusammenhang „Her“ wärmstens empfehlen.

SPANNEND, SPANNEND…
asimo with politicians
KI ist ein extrem spannendes Thema, mit dem wir uns in Zukunft auseinandersetzen werden müssen, auch wenn es heute eher noch wie Sciencefiction klingt. Aber wenn wir bedenken, wie „schlau“ Googles Algorithmen heute schon sind kann man sich vorstellen, dass die „Neue KI“ nicht auf ewig auf sich warten lassen wird.
Und, wie geht’s euch mit dem Thema, ihr, die ihr tatsächlich den ganzen Post bis zum Ende gelesen habt ;). Skynet Szenario oder utopische Zukunft mit künstlichen Mitbewohnern auf unserem Planeten?

und als kleine Erinnerung, wie schnell die Zeit vergehen kann 😉 :

Icons: Abdullah Bin Laique

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41 Gedanken zu “Unsere Zukunft mit künstlicher Intelligenz

  1. Wow, ein super Beitrag der trotz der gefühlt 1000 Wörter deren genaue Bedeutung ich nicht kenne, immer noch schön zu lesen ist. Ein tatsächlich sehr spannendes Thema. Und auch ein leicht gruseliges… Die Dinger machen einem (also mir zumindest) schon ein leicht gribbeliges Gefühl… Ich bin gespannt wie es da weitergeht…

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    1. Merci 🙂 ja, das wurde ein gutes Stück länger als geplant, das Übersetzen hat auch ewig gedauert ^^ (deswegen u.a. auch so wenige Beiträge diesen Monat, hab mich bei der Schreibarbeit total verschätzt) freut mich, dass er trotzdem gefällt 🙂 ja, gruselig empfind ichs nicht, eher kritisch, bin entsprechend genauso gespannt.

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  2. genialer Artikel ! Ich habe neulich noch gelesen, dass gewarnt wird, dass die Entwicklung so schnell geht, dass man aufpassen muss !! In Japan sind Roboter ja mehr etabliert, dort haben alte Leute auch kein Problem damit, dass sie von ihnen getragen werden. Aber zum Schmusen mögen sie lieber ein robbenähnliches Plüschtier 😉

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    1. Merci 🙂

      Eben, denke auch, dass man da nen Schritt zurück machen und das Ganze gründlich durchdenken und planen sollte, bevor man sämtliche technische Möglichkeiten nutzt, wär mal was anderes 😉

      ja, das viech hab ich in ner ars electronica ausstellung in graz getestet, is wirklich knuffig ^^

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      1. ich finde einfach gut, wie offen sie in Japan damit umgehen! Es sollte hier mehr publik gemacht werden ! Es sah auch irgendwie nett aus, wie die alten Leute auf Roboterarmen getragen wurden ! Mir würde das gefallen !

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      2. Jup, offene Kommunikation is ja die Basis jeder öffentlichen Diskussion zum Thema, wenn das alles nur nebenbei und schleichend gemacht wird haben wir am Ende nicht viel dazu zu sagen.
        Also ich würde vermutlich auch einen Roboterpfleger einem überarbeiteten, unterbezahlten menschlichem Pfleger vorziehen.

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      3. ich stehe dem offen gegenüber….ich dachte immer, ich muss einem kleinen Hund später alles erzählen, wenn ich uralt bin. Coole Vorstellung, wenn Herr Roboter und ich eine nette Konversation haben, wenn mir danach ist 😉

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